Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat in
der Deputationssitzung am 8.12.2011 (unter
TOP 7 Verschiedenes) nach dem Vermittlungsverfahren in Wohnraum für wohnungslo-
se Menschen gefragt.
Die Versorgung mit Wohnungen für obdachlose
Menschen mit geringem Einkommen ist
in Bremen nach wie vor
äußerst schwierig.
Grundsätzlich besteht ein enger Markt, das
Angebot an preiswer
ten Kleinwohnungen ist
zwar generell ausreichend (laut Wohnungsmarkt
untersuchung der GEWOS), bleibt je-
doch knapp. In Anbetracht der demographi
schen Entwicklung - hin zu mehr 1 Perso-
nenhaushalten - entspricht die
vorhandene Wohnungsstruktur –
mit einem Schwerpunkt
auf Familienwohnungen - ni
cht mehr dem Bedarf.
Zudem weist die Gruppe der obdachlosen Menschen teilweise zusätzliche soziale
Schwierigkeiten auf, die ein Vermittlungshemmn
is am Markt darstellen. Diese Benach-
teiligung trifft insbesondere auf alleinst
ehende Wohnungslose, drogenabhängige und
aus der Haft entlassene obdachlose Mensc
hen zu und verschärft das Problem der
Wohnungsversorgung. Die Wohnungs
anbieter suchen sich
oft die ihnen „genehmen“
Mieter aus den Interessent/innen heraus („c
reaming the poor“) und scheuen die Auf-
nahme von Menschen, die ihnen
z.T. Probleme mit der Mietzahlung, dem Umfeld
und/oder den Nachbarn gemacht
haben. Letzteres wiegt oft sogar schwerer als andere
Faktoren.
Der Wegfall von Sozialwoh
nungen aus der Bindung
und eine geringere
Fertigstellungs-
rate im geförderten Wohnungsba
u wirken sich als weitere, objektive Rahmenbedingun-
gen nachteilig auf die Vermittlung von ei
nkommensarmen und wohnungslosen Haushal-
ten in öffentlich geförderte
preiswerte Wohnungen aus.
Aus Sicht des Ressorts handelt es sich also um
ein doppeltes Proble
m, wenn es um die
Akquise von Wohnraum für unsere Zielgr
uppen geht: das der Absicherung des Vermie-
terrisikos im finanziellen Sinne und das der Be
reitschaft zur konkreten Unterstützung
bei – aus Sicht des Vermieter
s – mietwidrigem Verhalten
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